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Krisenmodus: Minister Herbert Reul lobt die Organisationskraft der Polizei

Innenminister Herbert Reul
Krisenmodus: Minister Herbert Reul lobt die Organisationskraft der Polizei
Corona hat die Polizeiarbeit grundlegend verändert. Das hat Innenminister Herbert Reul in den ersten Monaten der Pandemie im Land beobachtet. Ihn beeindruckt, mit welcher hohen Professionalität die 56.000 Beschäftigten in einen neuen Modus umgeschaltet haben und wie die Polizei den Dienst auf der Straße bewältigt.
Streife-Redaktion

 

Herr Minister, wie haben Sie Ihre Beamtinnen und Beamten im Land auf die veränderten Bedingungen in der täglichen Polizeiarbeit vorbereitet?

Sie werden staunen, das brauchte ich gar nicht. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat in Sekundenschnelle gezeigt, dass sie Organisation kann, dass sie Krise kann. Von einem auf den anderen Tag wurde eine Koordinierungsgruppe der Polizeiführung im Ministerium ins Leben gerufen, bei der die Informationsstränge aus allen Behörden zusammenlaufen. In den Behörden gibt es ähnliche Gremien. Da arbeiten jetzt Menschen perfekt zusammen, die vorher nie etwas miteinander zu tun hatten. Und das funktioniert hervorragend. Jeden Tag

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Ihnen haben sich doch sicherlich Herausforderungen gestellt wie anderswo auch, z. B. wo bekommen wir Masken und ausreichend Desinfektionsmittel her?

Natürlich ist die Krise auch für die Polizei eine Herausforderung. Aber sicherlich waren wir besser vorbereitet als andere. Wir haben jetzt sogar Mund-Nasen-Masken mit einem kleinen NRW-Schriftzug für die Beamten im Außendienst bestellt. Und das Schöne ist: Die werden sogar in NRW produziert.

 

Der Dienst der Polizei hat sich aber schon verändert, die Schwerpunkte haben sich auch verlagert, oder?

Natürlich. Wir zeigen jetzt noch mehr Präsenz auf der Straße. Das Gespräch über die Einhaltung von Abstandsregeln und die Vermeidung von Gruppenbildung prägt die Polizeiarbeit im öffentlichen Raum. Und ich möchte hier unbedingt den Polizistinnen und Polizisten im Streifendienst meinen Dank aussprechen, dass sie ihren veränderten Job so hervorragend ausfüllen. Damit tragen sie erheblich zum positiven Bild der Polizei in NRW insgesamt bei.

 

Profitiert die Polizei auch von Corona?

Von profitieren darf man eigentlich nicht sprechen bei dieser fruchtbaren Pandemie. Aber: Die Kriminalitätsrate geht bei bestimmten Delikten natürlich runter, teilweise sogar bis zu einem Drittel.

 

Warum ist das so?

Die Menschen sind zu Hause. Da gibt es weniger Wohnungseinbrüche. Und da sie nicht auf der Straße sind, gibt es auch weniger Taschendiebstähle. Wir stellen auch weniger Clan-Kriminalität fest – die Shisha- Bars sind ja geschlossen.

 

Registrieren Sie auch negative Tendenzen durch Corona?

Ja, eindeutig im Netz. Es gibt neue Formen von Internet-Kriminalität. Unser Verfassungsschutz beobachtet auch Verschwörungstheorien vor allem vom rechten Rand. Das macht mir Sorge. Ich habe den Eindruck, Pegida wiederholt sich jetzt im Netz. Corona wird missbraucht, um irre Kampagnen gegen staatliches Handeln und besonders gegen die Flüchtlingspolitik zu initiieren.

 

Welchen Einfluss hat Corona auf das Leben des Herbert Reul?

Ich habe keine Abendtermine mehr. Normalerweise bin ich ja abends viel unterwegs: Vorträge, Podiumsdiskussionen und so weiter. Das fehlt mir.

 

Dann freut sich Ihre Frau, dass Sie eher nach Hause kommen?

Nein. Ich bin ja nicht zu Hause. Ich sitze in endlosen Besprechungen – natürlich auf Abstand – und in Telefonkonferenzen. Das ist nicht meine Welt. Ich bin lieber draußen. Bei den Menschen.

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